Es sind diese Tage an denen einfach ziemlich viel zusammenkommt. Das kann schon mal am Morgen losgehen, wenn die Kaffeemaschine streikt, oder die Zahnpasta einen Fleck am Hemd macht, dann auch noch der Müllwagen in der schmalen Einbahn vor einem fährt und hält und hält und hält. Dann, gerade als man in das Stiegenhaus hetzt, der Lift in der letzten Sekunde einem vor der Nase davonfährt; eine Fülle an emails in der inbox; meetings die länger dauern als geplant; Kollegen, die mehr Aufmerksamkeit brauchen, als Zeit vorhanden und noch vieles mehr…
So ein Tag im Büro kann schon ganz schön übel laufen – warum eigentlich?
Angeblich sind 80% der Berufstätigen mit Ihrem Job unzufrieden. Acht von zehn Mitarbeitern machen Tag täglich etwas, dass Ihnen keinen Spaß macht, wozu sie sich morgens erst hochraffen müssen, sie in Gedanken sich an schönere und erfüllendere Ort, als den Arbeitsplatz sehnen.
Wenn wir nun davon ausgehen, dass der durchschnittliche westeuropäische Mann eine Lebenserwartung von 77 Jahren hat, er zb. nach der Uni mit 23 Jahren zu arbeiten beginnt, das durchschnittliche Pensionsantrittsalter in Österreich lag 2015 bei 61,3 Jahren bei Männern. Macht das gut 38 Jahre etwas zu tun, ohne Freude, ohne Erfüllung, im Gegenteil etwas, dass Unzufriedenheit schafft.
38 Jahre, das sind grob gesprochen 9.500 Tage im Leben eines Menschen, die mit etwas gefüllt sind, das unzufrieden macht! Bei ca. 28.000 Tagen die der westeuropäische Mann im Schnitt lebt, sprechen wir hier von 34% der Lebenszeit! Wenn wir nun noch von einer durchschnittlichen Schlafzeit von 8 Stund/Tag ausgehen, macht das noch mal ca. 9.300 Tage, die wir abziehen dürfen…
Aber – ja aber! Dann, in der Pension! Dann wird gelebt, gefeiert, all das gemacht, worauf man sein ganzes Leben schon gewartet und gespart hat! Da machen wir Reisen, da lesen wir all die Bücher, die wir immer schon lesen wollten, da treffen wir Freunde, gehen gut Essen, treffen die Familie öfter unternehmen viel mit den Kindern! Ha, das wird schön!
Blöd nur, dass ein Großteil der Österreicher, das Pensionsantrittsalter nicht gesund oder überhaupt nicht erlebt. Die Gesundheit Reisen nicht mehr zulässt, das Lesen – aufgrund schwacher Augen – auch nicht so will; viele der Freunde bereits verstorben sind, oder auch krank; „das gute Essen“ nicht mehr so vertragen wird und Verdauungsprobleme bereitet; die Familie besteht dann oft aus den Nachkommen, die bereits ihr eigenes Leben leben und selbst an Wochenenden kaum Zeit haben.
Darauf wollen wir warten, anstatt unser Leben mit Sinn und Begeisterung zu füllen?
Wir bekommen tagtäglich Weckrufe, in unterschiedlichster Form, um zu erkennen, dass es dieses eine Leben ist, das nicht darauf wartet irgendwann gelebt zu werden.
Ein besonders süßer Weckruf für mich ist: „Papa, kommst du bitte und lass‘ uns spielen!“ worauf ich doch ab und zu mit „Ja Schatz, ich komme gleich!“ antworte und mich dann „Papa NEIN! Jetzt!“, mit Vehemenz trifft. Und das ist verdammt gut so!
Und genau darum geht es, um unser JETZT – eben das Hier und Jetzt – mit allem was uns wichtig und lieb ist, was uns lachen, spüren und leben lässt!

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