Ein Geschäftsmann fährt in den Urlaub, auf den er sich schon lange gefreut hat. Endlich ein wenig Abstand zum Büro, den Kollegen, den vielen Emails, den Telefonaten, den Flügen und und und… Gleichzeitig hat er auch ein etwas mulmiges Gefühl, denn er war schon länger nicht auf Urlaub und auch seine Mitarbeiter brauchen ihn ja, denn viele Entscheidungen landen auf seinem Schreibtisch und ohne sein Einschätzungen läuft fast gar nichts. Gesagt getan und schon sitzt er im Flugzeug. Schnell noch E-mails „checkend“ bevor die Stewardess ihn bestimmend auffordert, sein Smartphone abzuschalten.
Er verbringt einige Tage in einem kleinen Dorf direkt am Strand, mit Blick auf das Meer. Das Wetter ist schön, das Wasser warm, kaum Menschen zu sehen. Stille und Ruhe. Herrlich!
Am vierten Tag stellt sich Langeweile ein, er beginnt die einheimischen Fischer zu beobachten. Ihm fällt einen Fischer auf, der besonders glücklich und zufrieden wirkt. Nach zwei Tagen hält er es nicht mehr aus und muss den glücklichen wirkenden Fischer fragen, was er jeden Tag so macht.

Der Fischer sieht den Geschäftsmann mit seinen freundlich Augen an und nimmt sich für seine Antwort Zeit.
„Ich stehe jeden Morgen mit dem Sonnenaufgang auf, hole für meine Familie frische Früchte, wecke dann meine Frau, wir bereiten das Frühstück, dass wir dann mit unseren Kindern gemeinsam genießen. Dann gehen meine Kinder zur Schule und ich zu meinem Boot und fahre aufs Meer hinaus zum Fischen.“ Wie viele Fische er denn so fängt, will der Geschäftsmann wissen. Bis am frühen Nachmittag hätte er genug für die Familienmahlzeiten gefangen, um dann wieder heimzufahren, anzulegen und Heim zu seiner Frau zu gehen, sagt der Fischer. Der Geschäftsmann lässt nicht locker und fragt nach, wie er sonst so seinen Tag gestaltet. Der Fischer antwortet ruhig: „Nachdem ich wieder zu Hause bin, halte ich ein Schläfchen, nach dem gemeinsamen Abendessen gehe ich mit meiner Frau am Strand spazieren und wir sehen unseren Kindern beim Spielen und Schwimmen im Meer zu.“
„Und das machen Sie tagein, tagaus?“ fragt der Geschäftsmann ungläubig. „Ja eigentlich schon. Nur selten machen wir etwas anderes.“ entgegnet der Fischer. „Und Sie können jeden Tag genug Fische fangen?“ fragt der Mann. „Oh ja, es gibt genug Fisch hier!“ lächelt der Fischer. „Also könnten Sie auch mehr Fische fangen, als Sie und Ihre Familie essen?“ will der Geschäftsmann wissen. „Ja, auch das! Und ich mache es immer wieder. Lasse die Fische aber dann wieder ins Meer. Mir macht das Fischen großen Spaß. Ich liebe es jeden Tag am Meer mit dem Boot, dem Netz und den Fischen zu sein!“ läßt ihn der Fischer freudig wissen.
„Aber warum fischen Sie nicht den ganzen Tag und fangen viel mehr Fische?“ fragt der Geschäftsmann ungeduldig. „Sie können dann den Fisch verkaufen. Sich nach und nach ein zweites Boot leisten, dann ein weiteres, andere Fischer beschäftigen, die auch viele Fische fangen, die Sie dann verkaufen. Später vielleicht ein Büro in der nächsten großen Stadt, dann können Sie noch mehr Fische verkaufen und möglicherweise sogar ein internationales Geschäft aufbauen!“
Der Fischer lächelt den Mann an und fragt ihn ungläubig: „Und wozu sollte ich das machen?“. „Na um Geld zu verdienen und zwar so viel, dass Sie sich dann später zur Ruhe setzen können!“ meint der Geschäftsmann.
„Und was würde ich dann in meiner Pension tun?“ fragt der Fischer freundlich. „Na was immer Sie wollen“ entgegnet der Geschäftsmann aufgeregt. „Mit meiner Familie frühstücken?“ will der Fischer wissen. „Beispielsweise, ja!“ sagt der Mann. „Und wenn ich wollte, könnte ich dann auch Fischen gehen, weil ich das so gerne mache, oder?“ hinterfragt der Fischer. „Ja, natürlich! Da spricht dann nichts dagegen.“ antwortet der Geschäftsmann stolz. „Obwohl vielleicht schon weniger Fische da sein werden.“, meint er noch ergänzend. „Und abends könnte ich dann mit meiner Frau am Strand spazieren gehen, aufs Meer blicken, den Sonnenuntergang bewundern, uns an unseren im Meer spielenden Kindern erfreuen?“ will der Fischer wissen. „Selbstverständlich, ist ja Ihr Leben. Wobei Ihre Kinder wären dann schon erwachsen.“ sagt der Mann.
Der Fischer schüttelt dem Geschäftsmann überaus freundlich die Hand, bedankt sich für das Gespräch, dreht sich um und geht.
Eine Geschichte, die schon vielfach erzählt und geschrieben wurde, aber hast du dich schon gefragt, wie viele „Schiffe“ du dir auf deinem Weg zur Pension zugelegt hast?
Tja , wenn alle so denken wie der Fischer, dann könntest du dieses hier nicht veröffentlichen. Würdest sterben bei einer ernsthaften Erkrankung. Verhungern wenn die Ernte mal schlechter….niemand wäre nach Amerika gefahren, das Streben neue Wege zu gehen, der allgemeine Wunsch nach mehr treibt uns vorran. Die Kunst ist es , die richtige Dosis zu finden, für den Einzelnen wie für die Gesellschaft .
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