
Die Diskrepanz zwischen Verstand und Herz kann nicht trefflicher beschrieben werden, als mit dem Satz eines Freundes, nachdem ich ihn gefragt hatte, wie eine bestimmte Gegebenheit verlaufen ist. LEIDER VIEL ZU SCHÖN! sagte er zu mir.
Ist es nicht verwunderlich, dass etwas LEIDER VIEL ZU SCHÖN sein kann? Warum dürfen schöne, erfüllende Gefühle nicht sein, was hält uns davon ab, das was uns wirklich berührt, uns erfüllt einfach (da)sein zu lassen?
Es ist unser Verstand, unsere Denkmaschine, der/die sich über die Jahre, Jahrzehnte schablonenartig eine klare Zuordnung von Erlebnissen, Gefühlen, Erfahrungen, Bildern uvm. überlegt, geübt und sogar perfektioniert hat. Wir sind als sogenanntes Vernunftwesen darauf konditioniert körpereigene Ressourcen zu sparen, denn unser Gehirn alleine benötigt bereits im Ruhezustand 25% der vorhandenen Energie. Dieses Verhalten ist über gut 2,5 Millionen Jahre so antrainiert, um nicht noch mehr Zeit mit der Nahrungssuche zu verbringen. Der Mensch hat von je her versucht Routinen zu entwickeln – dies gilt nicht nur für Bewegungsabläufe, sondern auch für unser Gehirn.
Soweit so gut, soweit so naturwissenschaftlich. Auch wenn wir enorm viel Energie sparen können, wenn wir nicht jede einzelne Erfahrung erst stundenlang innerlich abwägen müssen, um sie dann final bewerten und einordnen zu können. Wir sind aber nicht nur das „Verstandwesen„, welches uns von Klein an beigebracht wird. Wir sind, mittlerweile auch wissenschaftlich bewiesen, ein Energiewesen – denn gemäß der Quantenphysik ist ja bekanntlich alles Energie, schwingende Energie um genau zu sein – so auch der Mensch.
Et voilà, hier ist unsere Diskrepanz! Der Verstand will etwas in eine Schublade stecken und die Energie sieht das diametral anders, denn sie will schwingen… Erschwerend für die zwanghaft schwingen wollende Energie kommt hinzu, dass wir von Kindesbeinen an konditioniert werden, ein bestimmtes Welt- und Wissensbild zu verinnerlichen. Unsere Erziehung und Bildung vermittelt ein stark verstandgeprägtes Dasein, mit der Quintessenz, dass faktisch alles logisch bzw. wissenschaftlich erklärt werden muss, nur dann ist es „echt“/richtig.
So bestimmen auch Regeln und Normen unser Leben. Durchaus sinnvoll im Zusammenspiel mit anderen, aber gleichzeitig auch unser eigener Hemmschuh. Wir haben verlernt, dass es neben unserem Kopf auch noch den Bauch und das Herz (nicht das physische) gibt, die maßgebliches Gewicht hätten, um ganzheitliche Entscheidungen zu treffen.
Um auf die Geschichte mit meinem Freund zurückzukommen – sein Kopf hat eine Entscheidung getroffen, dass Dinge nicht sein dürfen, weil es möglicherweise nicht konformistisch genug, nicht bis in letzte Konsequenz durchdenkbar ist etc. und sein Dilemma, das „LEIDER“ ist sein Herz. Sein Herz spürt ganz genau, was es braucht und was „richtig“ ist und das Gute daran ist (sofern es nicht schon vom Verstand über Jahre eines langsamen Gifttodes gestorben ist), dass es sich „Gehör“ verschaffen wird.
Dieser feinstoffliche Energiekörper braucht es zu schwingen und genau dafür haben wir das Herz (das Fühlen) bekommen, das nicht eher ruhen wird, bis in uns auch das FÜHLEN und das SEIN seinen Platz bekommen haben und es schwingt… Wir spüren ganz genau, wenn etwas nicht im Einklang ist. Wir wissen zwar oft nicht genau, warum und wieso sich etwas „komisch“ anfühlt, aber wenn wir uns die Zeit nehmen und genauer „hinfühlen“ dann finden wir meistens auch eine Antwort…
In diesem Sinne – mit Herz, Hirn und Verstand!
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