Dieser Beitrag liegt mir besonders am Herzen, weil ich immer wieder erleben muss, wie Klienten oft schon nach kurzer Zeit mit einer Behandlung aufhören. Dieses Thema hat mich schon lange beschäftigt und ich habe mich bereits seit letztem Sommer eingehend damit auseinander gesetzt, recherchiert und das Erlebte analysiert. Dieses Wochenende hat sich ein Klient entschlossen, meiner Interpretation nach „mangels schnellem Erfolg“, den bisherigen Weg der Körperarbeit zu beenden und hat das auch sehr liebenswert in einem Email begründet.

Es ist absolut nichts Ungewöhnliches, dass Klienten unterschiedlich lange an der jeweiligen Therapieform festhalten. Das Entscheidende für mich als Praktiker ist aber aus welchen Gründen sie „aussteigen“ und auf der „Hitliste“ steht ganz oben „Ungeduld„.
Auch wenn die Klienten, das selbst so nicht artikulieren, so ist es doch so, dass ihnen „zu wenig weitergegangen ist“ oder sie „die Zeit nicht mehr haben“ ivm. Ich versuche mich dann dem jeweiligen Thema mit etwas Distanz zu nähern und da gibt es wiederum bei fast allen mehrere Gemeinsamkeiten.
Ich empfehle meistens einen bestimmten Rhythmus der „Sitzungen“, um auch meine Einschätzungen nach dem Ersttermin, umsetzen bzw. halten zu können. Jedoch kommt es häufig vor, dass Termine nicht eingehalten bzw. verschoben werden und dadurch natürlich der Behandlungsrhythmus und der damit verbundene „Erfolg“ sich verzögert bzw. schwerer wird zu erreichen.
Es ist vollkommen klar, dass jeder von uns seine Rechnungen bezahlen muss und Job, Kinderbedürfnisse, Partner, soziale Kontakte, Familie, Haushalt, Hobbys, was auch immer viel Zeit und Aufmerksamkeit benötigen, aber es muss uns allen klar sein, dass wir selbst für uns und die Gesundheit unseres Körpers verantwortlich sind und niemand sonst. Das was im Körper (meist über Jahrzehnte) vernachlässigt wurde und schmerzhaft bzw. krank wurde, kann nicht einfach repariert werden, auch wenn uns das oft so vorkommt. Schnell mal zum Arzt, eine Spritze hier, ein paar Schmerzmittel da, Cholesterinsenker, Schlafmittel und und und… Siehe da, es geht schon wieder.
Ich propagiere einen anderen Weg und sage das auch klar, dass es neben meinem Zutun durch Körperarbeit auch ganz viel Wollen und Eigenverantwortung der Klienten benötigt, um das, was über Jahre oder Jahrzehnte in eine missliche Lage gekommen ist, wieder „ins Lot“ zu bringen und damit meine ich nicht nur unsere körperlichen Beschwerden. Denn unser Körper, unser Geist und unsere Seele gehören untrennbar zusammen.
Ich kann nur allen ans Herz legen, die Schmerzen dort oder da haben einen Ursprung, eine Ursache und es geht darum nicht den Schmerz zu unterdrücken, sondern sich dem Problem zu widmen, sich dafür Zeit zu nehmen und sich ggf. bei Profis (egal ob für körperliche oder mentale) Unterstützung zu holen. Der Körper macht mittels Schmerzen auf Missstände aufmerksam und wir sind verantwortlich diese ernst zu nehmen, auch wenn es etwas Zeit in Anspruch nehmen sollte.
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