Was ist Schmerz?

Wir alle kennen ihn und er ist nicht immer ein spaßiger Zeitgenosse, doch was genau ist ER eigentlich? ER, der Schmerz? Mal kommt er als Kopfschmerz, dann schmerzt der verspannte Nacken, dann sticht es in der Schulter, beim Runterbeugen zwickt es im Rücken, das Knie meldet sich mit einem empfindlichen Stechen und und und. Ist das alle ER? Ist ER immer ein und derselbe, oder hat er Komplizen? Wo kommt er her? Wann hat er sich eingenistet? Wieso war es als Kind meist anders und Schmerz war nicht in uns, sondern wir haben uns im „Außen“ weh getan. Was war geschehen? Wieso wurde Schmerz ein Teil von uns und warum haben wir es zugelassen? Macht es uns Freude? Haben wir etwa das Bedürfnis uns, durch den Schmerz zu spüren, uns wahrzunehmen?

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Wie Vieles im Leben ist die Antwort auf so eine Vielzahl komplexer Fragen nicht so einfach und ein österreichischer Spitzenpolitiker hatte mal (in einem anderen Zusammenhang und verkürzt) gesagt: „…das alles ist sehr kompliziert…“ – ist es auch und trotzdem können wir etwas Licht ins Dunkel bringen, zumindest was Definition, Arten, Entstehung anbelangt. Dem Umgang, der Behandlung und dem „Verschwinden“ werden wir uns in weiteren Beiträgen widmen.

Schmerz wird laut Weltschmerzorganisation IASP (= International Association for the Study of Pain) wie folgt definiert: „Schmerz ist ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer tatsächlichen oder drohenden Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird.“ Gut, wir halten fest, dass es unsere Sinne betrifft und wir etwas fühlen.

Mit Gefühlserlebnis meint die IASP den emotionalen Anteil des Schmerzes, wie: erschöpfend, quälend, mörderisch… und anders als früher ist nicht nur die Dauer und Stärke des Schmerzes relevant, sondern eben auch die Art. Mit der Sinneswahrnehmung ist Gefühltes wie: brennend, stechend, ziehend, hämmernd, pochend, ausstrahlend, drückend uvm. gemeint.

Zusammengefasst haben wir einen PSYCHISCHEN (emotionalen) und PHYSISCHEN (körperlichen) Anteil des Schmerzes in unserer Wahrnehmung. Diese Unterscheidung ist in meiner Körperarbeit von wesentlicher Bedeutung, um Differenzieren zu können, was ist ursächlich und was hat sich aus der Ursächlichkeit entwickelt alias „dazugesellt“. Oft ist die Ursächlichkeit z.B. ein Schlüsselbeinbruch ja recht banal. Wird verschraubt, oder auch nicht, verheilt und fertig. Möchte man meinen. Das gibt es, vielleicht nicht so oft, aber doch – wäre quasi das Ideal, aber häufig ist es auch so, dass sich etwas verschiebt, dass die Haltung durch Schmerzen sich anpasst, sich verändert. Wir unbewusst eine Schonhaltung einnehmen und schon verändern sich Muskeln, Bindegewebe/Faszien, sehnige Anteile bis hin zum Stützapparat. Es gesellen sich weitere Probleme/Schmerzen dazu und wir haben ein komplexeres Bild, weil das ursprünglich gebrochene Schlüsselbein für Fehlhaltung und damit verbundenen Nacken-, Schulter-, Kreuz- und Hüftschmerzen verantwortlich ist.

Und dann ist da noch das, was ein Schmerz (va. wenn er länger andauert, im schlimmsten Fall chronisch wird) mit uns macht, wie unsere Psyche unter dem ständigen, sich Aufmerksamkeit verschaffenden, Schmerz leidet. Wir abgelenkt sind, unsere Konzentration leidet, wir vielleicht dadurch auffallen und sozial „anecken“. Stellen wir uns einfach vor, wie es ist, wenn wir aufgrund eines Bruches, Nervenschmerzes oder was auch immer plötzlich nicht mehr sitzen können. Die Auswirkungen auf unser tägliches Leben, das Arbeitsleben im besonderen, sind alles andere als einfach zu „handlen“.

Wie kann nun Körperarbeit uns beim Schmerzen nachhaltig helfen und wie funktioniert das alles? Das und was wir selbst tun können, eigentlich sollten wird Gegenstand weiterer Artikel sein.

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