Das Wunder Mensch

Teil 1 – klingt kompliziert, ist es auch – die Extrazelluläre Matrix

Durch eine Vielzahl an Patienten und deren unterschiedlichen Herausforderungen kommen wir in unserer Arbeit mit ebenso vielen Themen in Berührung. Das eigene Interesse, die Neugierde Lösungen für unsere Patienten zu finden, eröffnet immer wieder neue sehr spannende Aspekte unseres Körpers. Ich versuche hier, nach und nach, Platz zu schaffen, um möglichst einfach darüber zu schreiben. Durch ME/CFS Patienten und deren mühsame Erkrankung fügen sich viele interessante Aspekte zusammen. In der laufenden myofaszialen Körperarbeit zeigt sich immer mehr wie wichtig und wertvoll ein funktionierendes fasziales System für die allgemeine Gesundheit ist. Was ist nun die extrazelluläre Matrix und wieso ist diese Wichtig?

Bildlich gesprochen, kann man sich die extrazelluläre Matrix (EZM) wie ein 3D Spinnennetz vorstellen, das aus unterschiedlichen Fasern gewoben ist. Diese Fasern sind je nach Funktion speziell geschaffen – Kollagenfasern, dick mit hoher Festigkeit, anders die Elastinfasern, die eben Geschmeidigkeit, Elastizität, Dehnbarkeit etc ermöglichen.

Was macht die EZM, was sind Ihre Aufgaben und warum ist sie so wichtig für uns?

1. Struktur:

  • Die EZM bietet eine physische Grundlage für Gewebe und Organe, indem sie Zellen an ihrem Platz hält und ihnen Form und Festigkeit verleiht. Sie besteht aus den bereits genannten Kollagen, Elastin und anderen Proteinen, die Gewebe stützen und stabilisieren.

2. Zellregulation:

  • Die EZM ist eng mit Zellrezeptoren verbunden, z. B. Integrine. Durch diese Rezeptoren beeinflusst die EZM das Verhalten der Zellen, einschließlich Zellproliferation (schnelles Wachstum/Wucherung von Zellen), Differenzierung, Migration und Apoptose (vorgesehener Zelltod). So trägt sie zur Kontrolle des Zellwachstums bei und hilft, Gewebeschäden zu reparieren.

3. Mechanische Signalübertragung (Mechanotransduktion):

  • Die EZM überträgt mechanische Reize auf Zellen. Diese mechanischen Signale werden in biochemische Signale umgewandelt, die Prozesse wie Zellbewegung, Wachstum und Anpassung an physische Belastungen regulieren. Dies ist va. für die manuelle Therapie sehr bedeutend, weil wir hier über die Berührung und das Einwirken auf den Körper bewusst, positive Prozesse unterstützen bzw. in Gang setzen können!

4. Transportfunktion (von Nährstoffen und Abfallstoffen):

  • Die EZM enthält interstitielle (in Zwischenräumen) Flüssigkeit, die Nährstoffe zu den Zellen transportiert und Stoffwechselabfälle entfernt. Diese Flüssigkeitsbewegung ermöglicht den Stoffaustausch zwischen Blutgefäßen und Zellen. Wenn dieser

5. Wundheilung und Gewebereparatur:

  • Bei Verletzungen spielt die EZM eine Schlüsselrolle in der Wundheilung. Fibroblasten, die Zellen in der EZM, produzieren Kollagen und andere Stoffe, um verletztes Gewebe zu reparieren und neue Matrix aufzubauen.

6. Regulation von Wachstumsfaktoren:

  • Die EZM bindet Wachstumsfaktoren und kontrolliert deren Verfügbarkeit. Diese Faktoren steuern Zellprozesse wie Wachstum, Differenzierung und Heilung. Die EZM speichert und setzt diese Moleküle bei Bedarf frei.

7. Zellmigration:

  • Die EZM schafft einen Pfad für die Zellmigration, insbesondere während der Embryonalentwicklung, Wundheilung und Immunantwort. Die Struktur und Zusammensetzung der EZM bestimmt, wie leicht sich Zellen durch Gewebe bewegen können.

8. Schutz vor Krebsmetastasierung:

  • Wie bereits besprochen, wirkt die EZM als physische Barriere, die verhindert, dass Krebszellen in benachbartes Gewebe eindringen und sich ausbreiten. Eine gut organisierte EZM erschwert die Zellinvasion.

Darum ist Bewegung und manuelle myofasziale Körperarbeit so hilfreich, um den Körper beweglich und elastisch zu halten und den Flüssigkeitsausstausch zu unterstützen!

Terminvereinbarung: https://anatomy.works/termin-vereinbaren/

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